Werbebriefe optimieren

So machen Sie in 10 einfachen Schritten aus einem Rohtext ein Profi Mailing


Ein guter Werbetext entsteht nicht über Nacht. Oftmals sind mehrere Arbeitsschritte nötig, damit aus einem Rohtext ein verkaufsstarker Brief wird.
In diesem Workshop erfahren Sie, wie Sie Ihren Textentwurf in 10 einfachen Schritten zu Ihrem besten „Verkäufer“ machen.

1. Kontrollieren Sie Ihre Satzlängen!

Zu lange Sätze machen es dem Leser schwer, Ihrem Text zu folgen und den roten Faden zu erkennen. Ihr Leser muss jedoch sofort verstehen, worum es geht und diese Information schnell auswerten.
Vermeiden Sie daher lange Schachtelsätze! Finden Sie in Ihrem Text Sätze mit 14 oder mehr Wörtern, kennzeichnen Sie diese Sätze mit einer Schlangenlinie.


2. Kennzeichnen Sie Personal- und Possessivpronomen!


Prüfen Sie, wo Sie in Ihrem Text die Wörter wir, uns, unser in Sie, Ihr und Ihnen verwandeln können! Kennzeichnen Sie diese Passagen durch einen roten Kreis.

Formulieren Sie die Produktvorteile aus der Sicht Ihres Lesers. In Ihrem Werbetext sollte stehen: Hier ist Ihr neues Fahrrad – statt unser neues Fahrrad.
Denn es geht darum, dem Leser aufzuzeigen, welchen Vorteil er von Ihrem Angebot hat.
Kennzeichnen Sie alle Sie, Ihr, Ihnen in Ihrem Text mit einem grünen Kreis.
Überprüfen Sie nun das Verhältnis der roten zu den grünen Kreisen! Ihr Text ist dann kundenorientiert formuliert, wenn er deutlich mehr Sie, Ihr und Ihnen – also mehr grüne Kreise aufweist.

3. Reduzieren Sie die Wortlängen!

Lange und schlecht lesbare Wortmonster sollten Sie unbedingt kürzen und durch Umschreibungen (Genitiv) oder Bindestrich-Konstruktionen ersetzen. Aus der „Tapeziertischoberfläche“ wird also die „Oberfläche des Tapeziertischs“ oder die „Tapeziertisch-Oberfläche“.
Ganz besonders wichtig ist das bei positiven Dingen: So zeigt der „Eröffnungs-Gutschein“ auf den ersten Blick, dass Sie Ihren Besuchern zur Geschäftseröffnung etwas Gutes tun.
Deshalb kennzeichnen Sie alle 5- (und mehr) silbigen Begriffe mit kleinen Pfeilchen!


4. Prüfen Sie Fremd- und Modewörter

Kennzeichnen Sie alle Begriffe, die Ihre Zielgruppe nicht mühelos versteht, mit einem schwarzen Kästchen!

Zu diesen schwer verständlichen Wörtern gehören: firmen- oder brancheninterne Begriffe, Fachausdrücke, Szene- oder Slangwörter. Tauschen Sie diese Wörter nach Möglichkeit aus.

5. Kennzeichnen Sie bildleere Hauptwörter!

Wortendungen wie -ung, -keit, -ät, -ion, -ive, -ismus deuten auf einen etwas starren und unpersönlichen Schreibstil hin. Kennzeichnen Sie Hauptwörter, die so enden, mit einer roten Linie.
Substantive mit diesen Endungen lassen sich in der Regel einfach durch bildhaftere Worte oder eine Umschreibung ersetzen.


6. Streichen Sie Hilfsverben!

Können, müssen, möchten, dürfen, wollen, sollen, würden ..... Streichen Sie Hilfsverben und den Konjunktiv (würden) durch ein rotes X aus Ihrem Text! Denn Hilfsverben haben – wie der Name schon sagt – Hilfsfunktion und transportieren selbst keine Aussage.
In den meisten Fällen lassen sich Hilfsverben einfach streichen. Ihre Sätze werden dadurch klarer und aktiver.

Selbstverständlich bleibt „können“ dann erhalten, wenn Sie es benutzen, um eine Fähigkeit auszudrücken („Sie können diese Entscheidung jederzeit rückgängig machen.“) oder eine Aussage relativieren wollen („Sie können eine Rendite von bis zu 10% erzielen.“).

7. Kennzeichnen Sie negative Begriffe!

Für den Werbetext gilt: Schreiben Sie positiv. Doch oft zeigt man dem Leser auch unabsichtlich ein negatives Bild. Zum Beispiel weist die häufig benutzte Formulierung „kein Problem“ den Leser erst recht darauf hin, dass es ein Problem geben könnte. Positiv könnten Sie z.B. schreiben „ganz einfach“.
Worte wie kein, nicht, nein und die Vorsilbe un- machen Sie durch eine rote, gezackte Linie kenntlich.


8. Erzeugen Sie „etwas Druck“

Manchmal braucht ein Text noch etwas Schwung, um unentschlossene Leser weiterzuführen. Dabei helfen schon kleine Wörtchen. Überlegen Sie also: Kann Ihr Text durch „jetzt“, „gleich“, „direkt“, „nur bis“ usw. noch aktivierender werden und noch deutlicher zur gewünschten Reaktion führen?

9. Der zweite Rohtext

Mit Hilfe der Redigierschritte 1-7 verbessern Sie nun Ihren Text und schreiben eine zweite, verbesserte Fassung. Auch diese Fassung sollten Sie noch einmal mit den genannten Tipps optimieren.

10. Ihr Reintext

Nach letzten Änderungen liegt nun der Reintext vor Ihnen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie ihn noch eine Nacht liegen und lesen ihn am nächsten Tag mit etwas Abstand noch einmal.